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Friede bleibt Auftrag

09. Mai 2026

Pilgerweg von Speyer nach Philippsburg

Mit einem geistlichen Impuls in der Kapelle von St. Bernhard in Speyer begann am Samstag, 9. Mai, der diesjährige Friedens-Pilgerweg von pax christi. Ein symbolkräftiger Ort, der wie kaum ein anderer in der
Region für die deutschfranzösische Versöhnung und die Hoffnung auf Frieden steht.

Im Mittelpunkt stand das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren. Zugleich richtete der
Impuls den Blick auf die Gegenwart: auf Kriege weltweit, Gewalt und gesellschaftliche Spannungen. Frieden, so die Botschaft, ist kein selbstverständlicher Zustand, sondern Herausforderung und Aufgabe ist, die immer neu eingeübt und gestaltet werden muss. Nach dem Auftakt in Speyer führte der Weg über den Rhein nach Rheinhausen. Dort schlossen sich weitere Teilnehmende aus Baden an, sodass sich schließlich knapp 20 Pilgerinnen und Pilger gemeinsam auf den Weg nach Philippsburg machten.

Die fast zehn Kilometer lange Strecke führte durch die frühlingshaften Rheinauen und entlang des Rheins.
Immer wieder wechselten sich Impulsgedanken, Zeiten des Schweigens und persönliche Gespräche ab. Die
Pilgerinnen und Pilger nutzten den Weg bewusst nicht nur als Wanderung, sondern als spirituelle Erfahrung und als „Gebet mit den Füßen“.

Neben den geistlichen Impulsen prägte auch die blühende Natur den Tag, welche die Gedanken an die
dunklen Tage des Krieges im Frühjahr 1945 lenkte, an denen an diesem Ufer beim Übergang französischer Truppen über den Rhein auf beiden Seiten hunderte Soldaten starben. Erstes Ziel in Philippsburg war
das im Jahr 1980 von Franz Burda seiner Heimatstadt gestiftete Friedensdenkmal „Pax Aeterna“, das zum
Erinnern und Nachdenken einlud. Der Künstler hat darauf Tauben und Kinder dargestellt – mit der Botschaft,
dass die Kinder zukünftiger Generationen in Frieden leben sollen.

Den Abschluss des Pilgerweges bildete eine Andacht in der evangelischen Kirche in Philippsburg. Sie rückte
Dietrich Bonhoeffer in den Blick, der schon früh angesichts der Bedrohung durch das Hitler-Regime die
Verantwortung der Christen für den Frieden beschwor: „Wer ruft zum Frieden, dass die Welt es hört.“

Einen schönen Ausklang fand der Pilgerweg bei einem Mittagessen, das von der Gemeinde in Philippsburg
vorbereitet worden war.