Für einen gerechten und dauerhaften Frieden im Kongo
18. Feb 2026
Der Friedensnobelpreisträger, Gynäkologe und Menschenrechtsaktivist Dr. Denis Mukwege besuchte auf Einladung der pax christi-Kommission Solidarität mit Zentralafrika, dem Bistum Mainz, der Landeszentrale für politische Bildung RLP, dem Ökumenischen Rat der Kirchen und weiteren Kooperationspartnern die Stadt Mainz.
Bereits am Vormittag war Mukwege gemeinsam mit Vertreter*innen der Partnerorganisationen zum Gespräch beim Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, Präsident von pax christi, eingeladen. Der Bischof zeigte sich tief bewegt von dem Bericht des Nobelpreisträgers und sagte zu, auf die verheerende Lage im Osten der DR Kongo aufmerksam zu machen. Dies sollte dann auch auf der vom 23.-26.02.2026 stattfindenden Bischofskonferenz besprochen werden und die Kirche zu einer starken Stimme für den Frieden im Kongo gemacht werden. Am Nachmittag fand ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, statt. Schweitzer äußerte in dem Gespräch, es sei ihm ein großes Anliegen, das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen, die als Kriegswaffe eingesetzt wird, ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Dabei wurde auch auf die kritische Rolle der Nachbarländer, insbesondere Ruandas verwiesen, ebenso wie auf die Problematik, dass dieser Krieg aufgrund des weltweiten Rohstoffhungers auch eine globale Dimension hat.
Im Philosophicum der Johann Gutenberg - Universität hielt Mukwege am Abend vor knapp 200 Zuhörer*innen ein starkes Plädoyer für ein Ende des über 30 Jahre andauernden Krieges im Osten der DR Kongo, der auf dem Rücken der Frauen und Kinder ausgetragen wird. Eindrücklich forderte er, dass internationales Recht für alle gelten muss und nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Die im Februar 2025 einstimmig vom Sicherheitsrat verabschiedete Resolution 2773, die einen Waffenstillstand und den bedingungslosen Abzug Ruandas und der M23 Miliz aus dem Osten der DR Kongo fordert, muss endlich umgesetzt werden. Zudem fordert Mukwege eine internationale Friedenskonferenz für die Region der Großen Seen mit allen beteiligten Akteuren an einem Tisch, auch Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, insbesondere der Frauen, der politischen Führung des Kongo sowie der neun Nachbarländer, der internationalen Konzerne und kongolesischen Unternehmen.
Wir alle tragen einen Teil der Verantwortung für diesen Wirtschaftskrieg, denn die im Kongo reich vorhandenen, für die sogenannte „grüne“ Energiewende und unsere Digitalisierung unabdingbaren Rohstoffe wie Kobalt und Tantal sowie Gold, werden außer Landes gebracht – die kongolesische Bevölkerung bleibt verarmt zurück. 27 Millionen Menschen leben in akuter Ernährungsunsicherheit, da sie ihr Land nicht bestellen können aufgrund der Gewalt und der Tötungen auf den Feldern; es gibt sieben Millionen Binnengeflüchtete, vor allem Frauen und Kinder. Nach dem Vortrag gab Dr. Christelle Beti, ebenfalls Gynäkologin und Vorsitzende des deutsch – kongolesischen Instituts mit Sitz in Köln, eine ergänzende Response aus Sicht der kongolesischen Diaspora.
Unser großer Dank gilt allen Partnern, die diesen Tag ermöglicht haben, Dr. Gisela Schneider vom ÖRK für die Gesamtorganisation und ganz besonders den beiden hervorragenden Referierenden. Setzen wir uns weiterhin gemeinsam dafür ein, dass der Krieg im Kongo endlich die internationale Aufmerksamkeit erhält, die ihm zukommt, für ein Ende der Gewalt und einen gerechten und dauerhaften Frieden für die Menschen in der DR Kongo!
Maria Buchwitz, Sprecherin der pax christi-Kommission Solidarität mit Zentralafrika
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pax christi Deutsche Sektion
Diözesen
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Kommission Solidarität mit Zentralafrika
Das ungeheure Leiden der Menschen in der Region der Großen Seen in Afrika geht uns alle an! Auf dem Weg hin zu friedlichen Formen der Konfliktbearbeitung spielt der Wandel von der Konfliktökonomie zu einer Friedensökonomie eine entscheidende Rolle.